Liebe Tierfreunde

Bereits sind einige Tage vom neuen Jahr ins Land gezogen. Nichtsdestotrotz wünschen wir alles Gute fürs 2018 und bedanken uns von Herzen bei euch allen für das entgegengebrachte Vertrauen!
Ohne eure Unterstützung, sei dies in Form von langen Gesprächen, Spenden, Adoptionen etc. könnten wir unsere Arbeit in dieser Form gar nicht mehr weiterführen.

2017 war ein ebenso anstrengendes wie auch erfolgreiches Jahr. Wir kastrierten 99 Boys und 155 Girls, insgesamt 254 Katzen. Im Weiteren retteten wir über 100 Samtpfoten aus zum Teil misslichen Situationen, in der Klinik wurden sie behandelt oder operiert und die meisten konnten nach der Heilung wieder in die Freiheit entlassen werden. Auch fanden gegen 30 meistens junge Tiere ein neues Zuhause in der Schweiz oder Deutschland, sie wurden von Tierfreunden adoptiert und geniessen ein sorgenfreies „Katzenleben“.

Im Kapitel unser Team finden sie unseren neuen Mitarbeiter M i c h a l i s, zuständig Betreuung der Kolonien.

Verfolgen sie nachfolgend eine Herzensangelegenheit von Beatrice:

Es ist nicht nur das unbeschreibliche Leiden unzähliger Streuner in der Wildnis was mir zu schaffen macht, sondern nicht weniger traurig ist das stille, oft lange Zeit unbemerkte Leiden vieler Samtpfoten in einer geschützten Umgebung!

Immer wieder treffe ich bei unseren Tierärzten auf solche Schicksale (oft rein zufällig oder ich werde nach Wochen oder Monaten um Hilfe gebeten). Nur zu oft kommt es vor, dass kranke oder verunfallte Tiere in die Klinik gebracht werden und stellt sich dann heraus, dass kostspielige Operationen oder langwierige Therapien anstehen, verlangen die Besitzer, dass die Samtpfote euthanasiert wird oder sie melden sich einfach nicht mehr.

So kommt es, dass viele dieser „Verstossenen“ schlussendlich bei uns Zuflucht finden und wir damit aber auch unseren älteren Lieblingen einiges an Stress und Unbehagen zumuten. Denn nicht alle dieser aufgenommenen Tiere können je zur Adoption ausgeschrieben werden wie z. Bsp. F I O N A , welche über Monate eingesperrt und schwer misshandelt wurde. Sie wird nie mehr richtig vertrauen können.

Ich möchte euch S Ä M I vorstellen (rechts auf dem ersten Bild) mit der leisen Hoffnung, vielleicht ein geeignetes Zuhause für ihn zu finden.

Er ist 8 Monate alt, kastriert. S Ä M I wurde als winziges, von der Mutter verlassenes Bündel (ca. 2 Wochen alt) in die Klinik gebracht. Die Angestellten haben sich liebevoll um ihn gekümmert, ihn mit der Flasche „aufgepäppelt“ und er hat überlebt …. irgendwie hat Mann oder Frau jedoch verpasst, sich frühzeitig um ein richtiges Zuhause für SÄMI umzusehen.

Es war bereits Herbst, als ich erstmals richtig auf ihn aufmerksam wurde. Der hübsche Kater machte unablässig Turnübungen in seiner Box und ich erkundigte mich nach seiner Geschichte . So vernahm ich, dass S Ä M I sein ganzes bisheriges Leben (ein halbes Jahr) in dieser Box (von 60 x 60 cm) verbrachte!

Seit geraumer Zeit lebt S Ä M I nun bei uns. Die ersten Tage waren für alle Beteiligten sehr hart. Sämi war bis anhin noch nie direkt mit Artgenossen zusammengekommen und seine Kumpanen waren für ihn grosse oder kleine „Monster“ vor denen man fliehen musste.

Alleisein war jedoch keine Alternative, allein in einem Zimmer, jammerte er unaufhörlich. In seiner Not hat er auch mich zeitweise als Gefahr eingestuft und sich dementsprechend „kratzbürstig“ verhalten. Nein, mit Geduld und Hilfe einiger „Wellness – Produkte“ gelang es Sämi schliesslich, Vertrauen zu fassen und seine Kumpels als seinesgleichen zu betrachten.

Heute ist S Ä M I in der grossen Katzengruppe vollständig integriert, liebt das Spielen und Herumtollen. Er ist anhänglich geworden und schläft des Nachts mit anderen zusammen auf meinem Bett. Nicht einmal die Anwesenheit unserer grossen Hündin A D E L E verunsichert ihn (hat ja auch nie schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht und Adele liebt Katzen).

Sämi ist nur mit einem Auge zur Welt gekommen und auf Grund dieser Behinderung wirkt er manchmal etwas tollpatschig; anfänglich hatte er Mühe, Distanzen abzuschätzen und seine Bewegungen sind noch nicht so ruhig und geschmeidig wie bei einer in Freiheit grossgewordenen Samtpfote. Alles in allem macht er grosse Fortschritte und er wartet darauf, endlich auch die Welt ausserhalb des Hauses kennen zu lernen.

Herzlich grüssen Euch aus Zypern
B e a t r i c e und R e i n h o l d