Wie soll ich anfangen? Mein Name ist Muck und ich bin vor 8 Jahren eingewandert. Damals als ich noch auf Cypern lebte, musste ich schon mit jungen Jahren sehr viel Leid ertragen. Geboren wurden mein Bruder und ich im Jahr 2006. Anfangs merkte niemand, dass ich ein Handicap habe. Ich bewegte mich normal und wenn es etwas zu futtern gab, war ich der erste am Napf. Schnell nahm ich zu und so erhielt ich den Spitzname Pickled das so viel heisst wie Vielfrass. Mit einem Jahr wurde ich dann zusammen mit meinem Bruder zum Tierarzt gefahren um kastriert zu werden. Leider sahen wir meine damaligen Besitzer nie mehr wieder. So verharrten wir in der Tierarztpraxis aus, bis eine Schweizer Familie uns entdeckte und versprach, eine Lösung zu finden. Wie das Leben so spielt, wurden wir trotz Aussicht auf ein neues Zuhause in einer Nacht und Nebelaktion aus der Tierarztpraxis weggebracht und bei Menschen platziert, die hinten und vorne mit meiner Blindheit überfordert waren. So passierte, was passieren musste. Ich wurde von meinem Bruder getrennt und kam weg. Ich sei böse und beisse, hiess es. Dass ich einfach nur Angst hatte und mich zuerst an die neue Situation ran tasten musste, verstand niemand. Dann standen plötzlich wieder diese Frau und der Mann da (sie suchten nach mir, Gott sei Dank) und nahmen mich kurzerhand mit. Leider war zu diesem Zeitpunkt mein Bruder schon weg – verschwunden. Sie versprachen mir, dass ich nun in ein Land fliegen würde, in dem mir ein tolles Zuhause gesucht würde. Familie Siegrist (so heissen meine Retter) lösten ein Flugticket und brachten mich in die Schweiz. Dort wurde ich im Tierheim einen Monat beobachtet. In dieser Zeit kam immer wieder Mal eine Frau zu mir, die mir Streicheleinheiten schenkte. Irgendwie hatte ich das Gefühl, sie wusste was ich für ein Problem hatte denn ihre Bewegungen und Berührungen waren ganz anders als bei den anderen Menschen. Dann kam der 23.2.08. Dieser Tag werde ich nie mehr vergessen. Die Frau kam wieder, redete wie immer mit mir, hob mich aus meiner Box und nahm mich mit nach Hause. Dort angekommen wurde ich von vielen Büsis und einem Hund begrüsst. Zudem lebten noch Kinder und ein Mann dort. Alle hiessen mich von Herzen willkommen und trotz meinen Anfänglichen Attacken auf die Füsse, (schliesslich bin ich blind und es könnte ja ein potenzieller Angreifer sein) behielten sie mich und liessen sie mir Zeit um mich einzuleben.
Heute bin sich seit acht Jahren bei meinen Menschen. Sie schenken mir das Paradies auf Erden. Ich bin sehr auf mein Mami fixiert und liebe es, so nah wie möglich bei ihr zu schlafen. Ich habe einen eingezäunten Garten und kann täglich die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Immer wieder kommen neue Samtpfoten zu uns die ein gesundheitliches Problem haben und dürfen solange bei uns bleiben, bis sie die Regenbogenbrücke überschreiten.
Nur bei einem Thema verstehe ich bis heute keinen Spass! Das ist das Wort Futter. Ich will der erste sein, der gefüttert wird und wenn mein Mami nicht spurt, miaue ich so laut, dass das ganze Haus zusammenläuft und Lacht. Zumal ich ja so abgemagert aussehe.
Mein Leben ist heute paradiesisch und obwohl ich nichts sehe, geniesse ich mein Leben in vollen Zügen. In ein paar Tagen kommt Beatrice mich besuchen und ich freue mich jetzt schon auf sie. Wäre sie und ihr Mann nicht gewesen, weiss ich nicht, ob ich dies überlebt hätte. Herzlichen Dank.

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