Im Juli mussten wir von unserer heissgeliebten G I B S Y Abschied nehmen. Sie war 17 Jahre alt, aber trotz ihres hohen Alters immer noch sehr agil und ihr Fell war schön und weich. Wir haben beobachtet, dass sie an Gewicht verliert (bei gutem Appetit), dann der grosse Schock, wir sehen, dass sie mit den Hinterbeinen einknickt und dann ständig zur Seite hinfällt. Mein erster Gedanke war, o h nein, ein Hirnschlag!

Die Untersuchungen in der Klinik haben aber dann etwas ganz anderes zutage gebracht; unsere Gibsy litt an einem Lymphom! Erstmals waren wir bei einem unserer Tiere mit der Diagnose Krebs konfrontiert.

Scheinbar kommt ein Lymphom recht häufig vor bei Katzen und es ist ein Tumor der schnell wächst und sich rasch ausbreitet. Der Tierarzt war nicht ganz sicher, ob nicht auch noch irgendwo ein Infekt lokalisiert war; also erhielt unser Liebling eine Kombination von Antibiotika und Cortison. Bereits am nächsten Tag konnte Gibsy wieder praktisch normal gehen, sie verlangte ständig nach Futter und schien auch absolut keine Schmerzen zu haben. Ich war mir bewusst, es wird nicht lange dauern und eine neue Komplikation wird eintreten.

Ich musste mich mit dem Gedanken vertraut machen, nicht egoistisch zu handeln und unsere Gibsy im richtigen Moment gehen zu lassen. Viele mögen sich fragen, wann ist denn dieser Zeitpunkt und sind wir fähig, diesen zu erkennen? Ich bin mir sicher, jeder der sein Tier geliebt und sich gekümmert hat, wird auch hier das Richtige tun!

Wir durften unsere Gipsy dann noch einen Monat bei uns haben. Tagsüber war sie an ihren Lieblingsplätzen im Garten anzutreffen, des nachts schlief sie in ihrem Korb im Haus. Der Appetit war bis zum letzten Tag sehr gut und täglich genoss sie die diversen Leckerbissen wie gedämpfte Hühnerbrust, Fisch in verschiedenen Variationen etc.; auch schien sie schmerzfrei zu sein. Die einzige grosse Veränderung war, unsere unternehmungslustige Samtpfote verschlief die meiste Zeit des Tages.

Dann kam der Tag, es war Sonntag und ich beobachtete, dass Gibsy sehr häufig das „Kistli“ aufsuchte mit geringem Erfolg ( im Ultraschall hatte man gesehen, dass der Tumor die Blase bereits einengte). Im Verlaufe des Tages schien sie auch beim Gehen wieder unsicherer zu werden. Kaum merklich aber bei genauem Hinsehen, stellte ich fest, dass sich auch ihre Atmung veränderte. Sie hatte noch nicht wirklich Atemnot, dies würde jedoch mit Bestimmtheit als nächstes kommen. Dieses Szenario musste und wollten wir unserer Gibsy unbedingt ersparen!

Wir informierten unseren Tierarzt Dr. Stelios in Larnaca und er war der gleichen Meinung wie wir. Ganz spontan bot er uns an, am nächsten Tag zu uns nach Vavatsinia zu fahren und in aller Ruhe und in ihrer gewohnten Umgebung Gibsy gehen zu lassen.

Nie hätten wir es für möglich gehalten, dass wir Solches auf Zypern erleben würden (seine Klinik liegt über 50 Km entfernt von uns)! So haben wir es denn auch gemacht.

Ich verbrachte die Nacht in ihrer Nähe und am nächsten Tag beschränkte ich die Arbeiten im Haus aufs Nötigste um noch so viel Zeit wie möglich mit ihr verbringen zu können. Wir waren von Herzen dankbar, dass dieser letzte Tag für S I E ein völlig „normaler“ war und zwar bis zur letzten Minute. In meinen Armen, verspürte sie nur diesen ersten Stich in den Muskel und dann schlief sie einfach ein und ihr Herz hörte auf zu schlagen.

Unsere Trauer galt nicht nur GIBSY, Tränen flossen einmal mehr auch für die unzähligen Streuner, deren Leiden niemand wahrnimmt oder wahrnehmen will und so langsam und qualvoll verenden müssen, ohne nur einmal etwas Liebe und Geborgenheit erfahren zu haben!