Eine kätzische Liebesgeschichte…

Neben unserem Haus haben wir seit Jahren eine Fütterungsstelle für Katzen eingerichtet. Die Fellnasen finden dort immer frisches Wasser und Trockenfutter und finden auch Unterschlupf vor Kälte und Nässe. Einige „wohnen“ bereits seit Jahren da, andere kommen und gehen. Die meisten sind eher scheu und lassen sich nicht oder fast nicht anfassen.

Im November 2015 tauchten plötzlich mehrere rote Kater auf. Unsere Schweizer Freunde, die uns regelmässig bei unserem Katzenschutzprojekt unterstützen, waren zu Besuch und sagten, der eine wäre sehr zahm und liesse sich auch gerne streicheln. Als wir ihm das erste Mal begegneten, kam er auch uns miauend entgegen. Elvis, so tauften wir ihn, blieb einfach da. Er litt darunter, kein eigenes Zuhause zu haben. Immer wieder hatte er gesundheitliche Probleme, z. B. hinkte unter verschiedenen Touren oder nahm ab, obwohl er sehr gerne frass oder sah allgemein elend aus. Wir mussten also für ihn einen Platz finden. Für einen ca. 5-jährigen Streuner mit dieser Vorgeschichte nicht so einfach.

In seinem „Schatten“ erschien immer wieder ein anderer roter Kater mit etwas längerem Fell und sehr scheu. Er hatte wohl nie vorher menschlichen Kontakt genossen. Meine Freundin taufte ihn Simba. Sie nahm sich die Mühe und blieb extra in seiner Nähe, wenn er frass. Langsam wurde er zutraulicher und liess sich sogar von ihr streicheln. Aber nur von ihr!!! Unsere Freunde reisten ab und kamen einige Monate später wieder. Das gleiche Spiel, nur mit dem Unterschied, dass Simba aus dem Gebüsch heraus lautstark miaute. Als unsere Freundin ihn mit Namen rief, kam er heraus, als wäre es das normalste von der Welt. Wieder mussten sie abreisen, das Herz jedesmal ein bisschen schwerer.
Als Elvis und diesmal sogar Simba wieder krank wurden, musste eine Lösung her. Wir teilten dies auch unseren Freunden mit und fragten, ob sie nicht wenigstens Elvis adoptieren wollten. Da sie neben zwei griechischen Hunden bereits eine zypriotische Katze hatten, musste dieser Entscheid wohl überlegt sein. Der Platz war da, doch dieser Zuwachs wäre wohl nicht so einfach zu integrieren. Schliesslich stimmten sie dem Risiko zu und meinten, wenn dann aber nur Elvis und Simba zusammen. Alles andere würden sie nicht übers Herz bringen.
Um den Katzen und unseren Freunden die Eingewöhnung zu erleichtern, brachten wir Elvis und Simba in die Katzenpension unserer Mithelferin Sharon, wo sich beide an ein Leben mit weniger Bewegungsmöglichkeiten gewöhnen konnten. Schliesslich kamen unsere Freunde und holten die Beiden ab.

In der Schweiz angekommen bekamen sie ein Zimmer, wo sie vor den Hunden geschützt waren. Und die Zwei waren zufrieden und genossen den Service spezial. Immer Futter, immer Streicheleinheiten, immer Wärme und immer wieder Personal zu ihren Diensten. Nach einigen Wochen gewöhnten sich Hunde und Katzen aneinander, als hätten sie immer im gleichen Haushalt gelebt.

Ps. Bei Besuch verschwindet Simba immer noch. Er braucht nicht viele Zweibeiner zum Freund, doch die, die er liebt, denen ist er TREU!!! Er folgt unserer Freundin auf Schritt und Tritt!!!